CD-Rezension / Review / Kritik

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First Black Pope Post Mortem CD Cover

First Black Pope „Post Mortem”

(Advoxya Records)
Wer sich dem Fieber des straighten Industrial-Metal hingeben möchte, und zwar jener Variante, die auch neuzeitliche Komponenten aus den Bereichen Cyber oder Power Noise einflicht, mag zu dieser Platte greifen. Die Italiener Scar, TempleZone und Macho präsentieren ein kompaktes Songbündel von zischelnder Energie, geradeheraus marschierenden Beats und dichtesten Effekten wie extremer Verzerrung oder Pitch auf den Gesängen. In diesem Klanggemälde von Brutalität und Direktheit fahren harsche Metal-Gitarren über elektronische Sequenzen hinweg, hohe, flirrende Keyboardläufe verbreiten ein modernes Dancefloor-Feeling und Noise-Surren erfüllt den Hintergrund. Die Songs tragen Titel wie „Walking Corpse“, „Human Sacrifice“, „The Curse Of The Dying“ oder „Brand New Hell“ – ergehen sich indes nicht in oberflächlichen Wonneschaudern von Gräuel, in purer Lust am Morbiden, woran sich ja so manch Schaffender seit Jahrzehnten ergötzt. Stattdessen sind die Lyrics ein Ventil für Sänger Scar, Ängste und panische Visionen seiner gepeinigten Seele zu bannen, sie durch das Extrem ihrer Darbietung weit von sich zu schleudern. Und somit… landen sie bei uns, den hier erbarmungslos überfahrenen Zuhörern. Das mixtechnische Endbild indes mag in näherer Zukunft noch Verbesserungen erfahren.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
Sunday the 20th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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