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CD-Rezension / Review / Kritik

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Demised A Warm Place To Stay CD Cover

Demised „A Warm Place To Stay“
(Wormholedeath Records/Aural Music)
Gewitter, Chorgesang und Gebetsglöckchen – schon das Intro des neuen Werks der Spanier greift ohne rot zu werden tief in die Klischeekiste. Wenig überraschend zitiert der folgende Song „Fractures & Ashes“ gleich Paradise Lost (Riffing) und Type O Negative (Gesangstimbre) gleichzeitig. In den straighteren Momenten könnte man auch an End Of Green denken. Was dem soliden Gothic Metal eine gewisse eigene Note verleiht, ist die starke Affinität der Band zu eingängigen Melodien (etwa im Refrain von „From The Storm“). Im Gegenzug bleibt die ganz große Depression aus. Statt aus der Gruft grüßen Demised vom schattig gelegenen Bänkchen auf dem Friedhof her. Den Zynismus eines Pete Steele oder die quälende Verlorenheit von My Dying Bride sucht man hier vergeblich. Lieder wie der dunkle Walzer „My Dreads, My Fears“ sind trotzdem nett anzuhören. Die Gitarre schluchzt, die Doublebassmassage setzt exakt im richtigen Moment ein: Das Quartett weiß, was es tut, und beherrscht sein Handwerk. Auch im balladesken Bereich („A Warm Place To Stay“) oder dort, wo man eher in Richtung Gothic Rock abbiegt („The Mournful Flight“). Das ist insofern erstaunlich, als die Kapelle ursprünglich vom melodischen Death Metal her kommt. Wer keine Offenbarung erwartet, findet in „A Warm Place To Stay“ einen ansprechenden Soundtrack für die nächste Grillparty im hauseigenen Krematorium.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
Tuesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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