CD-Rezension / Review / Kritik

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Da Sein Death Is The Most Certain Possibility 2017
Da-Sein
„Death Is The Most Certain Possibility“
(Galakthorrö)
Zugegeben, Martin Heideggers Fundamentalontologie zu studieren, ist sicher nichts, womit sich gewöhnliche Menschen mal eben so zwischendurch in ihrer Freizeit befassen. Es dürfte ohnehin genügen, zu wissen, dass sich der berühmte Philosoph zu Lebzeiten mit fundamentalen Fragen des Existentiellen, des Daseins an sich befasste. Da zu sein, wenn es darauf ankommt, ist zweifellos etwas, das nicht jedem gegeben ist, doch Da-Sein, deren Debütalbum „Death Is The Most Certain Possibility“ von Heideggers Philosophie inspiriert ist, beherzigen es. Allein das ist schon eine Kunst, doch selbiges gilt erst recht für die Musik, den monoton schleifenden Minimalismus Da-Seins, der mich nicht nur aufgrund der sonoren Sängerinnenstimme hier und da an November Növelet denken lässt. „Black Arts“, so der Name eines der auf diesem Album zu hörenden Tracks, wäre wohl eine passende alternative Genrebezeichnung für dieses gelungene Angst-Pop-Erstlingswerk, dessen kühle, pulsierende, von flirrendem Flüstern umhüllte Aura mich absolut fesselt. Surrende Drones und reichlich düsterer Hall erschaffen eine eiskalte elektronische Klangwelt von nahezu unbeschreiblicher Schönheit.
Kai Reinbold



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017


Thursday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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