CD-Rezension / Review / Kritik

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dead voices

Dead
„Voices“
(Manic Depression/KDB Records/Altone)
Wenn Trent Reznor aus seinem Sound Ende der 80er-Jahre ein bisschen Aggression herausnehmen würde und Unterkühltheit in der Stimme und im Arrangement hinzufügte, wäre man vermutlich beim Sound von Dead. Nach den EPs „Transmissions“ und „Verse“ ist „Voices“ das erste Album – und von den zehn Songs sind acht bisher unveröffentlicht. Die leicht psychedelischen Elektro-Tracks zeichnen sich durch hämmernde Rhythmen, hypnotische Synth-Loops und einen fast geflüsterten Gesang aus. Was nicht heißt, dass Dead nicht auch mal die Hasskappe aufhaben, wie sie gleich beim zweiten Song „Bad Lashes“ unter Beweis stellen. Sie wissen es nur gut zu dosieren. Mit Tracks wie dem Opener „Substances“ schlagen die Franzosen gekonnt die Brücke von Nine Inch Nails zu einem modernen Postpunk-Sound. Einen solchen Grenzgang hat es bisher noch nicht gegeben – und er könnte süchtig machen.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.


Wednesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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