HINWEIS: Bei der Verwendung von Microsoft Browsern (Edge, Explorer, Safari) kann es zu Funktionsstörungen kommen. Insbesondere im Shop / Warenkorb!
Wir empfehlen den Gebrauch von Chrome, Firefox, Brave, o.ä. - vielen Dank!


CD-Rezension / Review / Kritik

Print
Published Date

the blue angel lounge a sea of trees


The Blue Angel Lounge
„A Sea Of Trees“
(A Recordings/Cargo)
Das Meer vor lauter Bäumen nicht sehen – so etwas kann schon einmal passieren beim diesigen Sound von The Blue Angel Lounge. Seit einiger Zeit haben die Hagener um Nils Ottensmeyer einen prominenten Fürsprecher, der sich ebenfalls mit vernebelten Gemütszuständen auskennt: Anton Newcombe, Frontmann von The Brian Jonestown Massacre, assistierte bereits beim 2012er Album „Narcotica“ und lotste The Blue Angel Lounge nicht nur ins Vorprogramm seiner Band, sondern nun auch auf sein Label A Recordings. Dass die Westdeutschen da gut aufgehoben sind, liegt auf der Hand: „A Sea Of Trees“ entfernt sich ähnlich weit von den scharfen Post-Punk-Fetzern des Vorgängers wie die letztjährige EP „Ewig“, auf der das Quintett erstmals in seiner Muttersprache textete und psychedelische Düsternis mit heulendem Todesgespenster-Gesang verband. Beides ist auch auf diesem dritten Album anzutreffen – am deutlichsten im klagenden „Mutter“, das nicht zuletzt Erinnerungen an den Bauhaus-Klassiker „King Volcano“ weckt, bevor die Single „Walls“ zögerliche Schritte Richtung Post Punk-Tanzfläche wagt. Dort verweilen The Blue Angel Lounge aber nur kurz: Bevorzugter Platz für ihre finster schwelenden Songs ist nach wie vor die Kellerkaschemme, in der pausenlos die sonnenbebrillten Frühwerke von The Velvet Underground und Nico laufen. Wie es sich gehört für die psychotischste deutsche Band seit, sagen wir, 39 Clocks, Painless Dirties und Exit Out. Und das soll The Blue Angel Lounge erst mal jemand nachmachen.
Thomas Pilgrim


Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Sunday the 29th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©