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CD-Rezension / Review / Kritik

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Alphamay The Simulation Hypothesis CD Cover

Alphamay „The Simulation Hypothesis“

(Kitty Killer/Timezone)
Nach „Dazzle Camouflage“ und „Twisted Lines“ markiert das Osnabrücker Electro-Duo Alphamay mit „The Simulation Hypothesis“ zum Abschluss seiner Album-Trilogie deren künstlerischen Höhepunkt. Gelingt ihnen doch eine perfekt ineinandergreifende Verknüpfung von eingängiger Songdisziplin mit ihrer eigenen, stets auf subtile Art anwesenden Hinterfragung: Die Klarheit schwächelt, plötzlich erscheint nichts mehr so verlässlich wie vielleicht noch bei der ersten Konfrontation mit dem an sich doch sortenrein exerzierten Synthpop. Oder etwa doch? Neben den aus zahllosen Klangkadern schöpfenden Arrangements, die sich zu stilsicheren Bouquets aus prächtigen Blüten und lauernden Dornen kompilieren, trägt Sänger Henning Hammoor wesentlich zu den anregenden Irritationen bei, die „The Simulation Hypothesis“ auslöst. Das Ausdrucksvermögen zwischen dem lyrischen Timbre eines Alexander Veljanov und kaum noch sublimierter Aggression bedarfsgerecht auslotend, treffen seine Darbietungen Stück für Stück jenen Ton, der den bekannten Genrekonventionen förmlich den Hals umdreht, ohne sie freilich gänzlich zu dekonstruieren. Die Tücke, mit der Alphamay vorgehen, hat System. Vermutlich. Würde es doch ihrer Erzeugung schwebender Zustände entgegenwirken, sich allzu offen in die Karten schauen zu lassen. Selten zuvor wurden im weiten Feld des Dark Electropop Hitpotenzial, Emotion und Intellekt derart multiperspektivisch geclustert. Alphamay erheben ihren Stil zur Kunstform. Sagenhaft.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
Thursday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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