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Created on Tuesday, 01 October 2019

volkspoesie special news

Thomas Höffgen

Klärende Aufarbeitung

In seiner Eigenschaft als leidenschaftlicher Germanist fühlt sich Dr. phil. Thomas Höffgen auch der Tradition der weltberühmten Brüder Grimm verbunden, wie er mit seinem neuen Buch „Volkspoesie“ darlegt.

Schließlich beinhalten die grimmschen Märchen nicht wenig von germanischer Altertumswissenschaft, wie der innig Naturverbundene im aktuellen Werk auf lesenswerte Weise offenbart. 2017 publizierte Höffgen den ebenso seriösen Buchvorgänger „Schamanismus bei den Germanen“.

„Das Buch ist gut angekommen und 2019 in die dritte Auflage gegangen. Es hat sich zu so etwas wie einem ‚Longseller‘ entwickelt, wenn man davon nach rund zweieinhalb Jahren schon sprechen kann. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen, dass es auch verstanden wird. Viele Leute haben sich bedankt“, resümiert der auch als großer Goethe-Liebhaber bekannt Gewordene.


Nachdem die Idee zum Buchthema des neuen Werkes erst entstanden war, sah sich Thomas vor einem ganzen Berg an Recherchearbeit, so erinnert er sich. „Als Germanistik-Student hat man mir nüchtern beigebracht, dass die volkstümlichen Überlieferungen gar nicht aus einer Zeit stammen, die ‚einmal war‘. Dies sei eine philologische Finte der Romantiker gewesen, eine Lügengeschichte der Gebrüder Grimm. Nach meinem Studium, als Doktorand und Dozent am germanistischen Institut der Universität Bochum, wollte ich es genau wissen, habe mich dem Thema eigenständig angenommen, viel geforscht, ein Seminar gegeben; die ‚Volkspoesie‘ war sogar Gegenstand meiner Disputation. Um es kurz zu machen, meine Forschungsergebnisse widersprechen der etablierten Lehrmeinung vehement und bekräftigen die alten Theorien der Gebrüder Grimm: Viele Volksmärchen lassen sich eindeutig mit germanischen Göttergeschichten verbinden, zahlreiche Volksbräuche gehen auf archaische Naturrituale zurück. ‚Und sie hatten doch recht‘, könnte auch der Titel meines neuen Buch lauten.“


Sein jetzt vorgestelltes Thema betrifft immerhin die Grundsäulen der Germanistik, sagt Thomas. „Die Brüder Grimm sind ja die ‚Gründungsväter der Germanistik‘. Sie haben sich als erste wissenschaftlich mit der Folklore des Mittelalters und der germanischen Antike auseinandergesetzt, mit heidnischen Geschichten und Gebräuchen. Die frühgermanistische Forschung der Grimms war im Grenzbereich von Philologie und Volkskunde sowie der Europäischen Ethnologie angesiedelt. Als Germanist sehe ich mich diesem Fachverständnis und diesem Forschungsgegenstand gewissermaßen verpflichtet.“


Davon abgesehen, so ergänzt der beflissene Autor, fühlt er sich von Märchen und Mythen geradezu magisch angezogen. „Ich denke, wenn man sich wirklich auf sie einlässt, können sie einen Einblick gewähren in die animistische Weltanschauung vormoderner Völker und archaischer Kulturen, nicht nur der Germanen, sondern der Naturvölker Europas und der ganzen Welt - Märchen sind schamanische Wirklichkeit.“
Markus Eck

 

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