CD-Rezension / Review / Kritik

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the sounds weekend

The Sounds
„Weekend“
(Arnioki/Rough Trade)
Nehmen wir es direkt vorweg: wer auf funky Beats und eher chilligen Indiepop steht, wird mit dem neuen Album von The Sounds glücklich werden. Alle anderen, besonders die Fans der ersten Stunde, vermutlich weniger. War die letzte Veröffentlichung „Something To Die For“ schon kein großer Wurf, ist „Weekend“ noch ein gutes Stückchen weiter von den grandiosen ersten beiden Platten „Living In America“ und „Dying To Say This To You“ entfernt. Von Album zu Album scheinen die Schweden den punky Rock’n’Roll-Spirit immer weiter – ob bewusst oder unbewusst – aus ihrer Musik verbannt zu haben. Und ob sie sich einen Gefallen damit getan haben, Alex Newport, der sonst Bands wie At The Drive-In, Bloc Party oder The Mars Volta produziert, mit an Bord zu holen, sei auch mal dahingestellt. Fest steht, dass „Weekend“ nicht ansatzweise, wie von der Band angekündigt, zurück zu den Wurzeln geht. Songs wie „Take It The Wrong Way“ oder „Outlaw“ lassen sich noch am ehesten unter dieses Banner schieben - aber da hört es auch fast schon auf. Der funkige Opener „Shake Shake Shake“ oder das dahinplätschernde „Hurt The Ones I Love“ lassen doch fragen, wo Biss und der mitreißende Effekt, dem man sich früher nie entziehen konnte, geblieben sind. Bei Tracks wie „Animal“ keimt anfangs Hoffnung auf einen richtig guten The Sounds-Song auf, die jedoch schon nach kurzer Zeit wieder erstickt wird, weil sich die Nummer eben nicht zum potenziellen Hit, sondern zu rumdümpelnder Nebenbeimusik entwickelt. Schade.
Catrin Nordwig

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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