CD-Rezension / Review / Kritik

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the skull defekts dances in dreams of the known unknown

The Skull Defekts
„Dances In Dreams Of The Known Unknown”
(Thrill Jockey/Rough Trade)
Auf diesem Album der schwedischen Formation begegnet der Hörer einer undergroundigen Klangwelt, die in verschrobener Lässigkeit daherkommt: Tom-Beats, die auch gern mal den Faktor Akkuratheit außer Acht lassen, stoische, abgefeimte Zerrton-Gitarrenwände und Gesänge, die zwischen tiefen Sprechpassagen und melodischen, doch stets rauen, herausgerotzten Images hin und her pendeln. Ein krachiges Flair, direkt aus den Achtzigern ins Heutzutage gebeamt, herrscht allerorten; es sind insbesondere von spontaner Improvisation mitgetragene Indie-Simplizität, der lakonisch anmutende Hang zur Monotonie, die Freude daran, manche Riffs einfach mal scheinbar endlos zu wiederholen, mit denen diese Truppe punktet. All dies ergibt ein dreckiges, rohes, unpoliertes Gesamtbild: ganz nah an den ursprünglichen New Wave/Punk-Gedanken. Anspieltipp hierfür: „The Known Unknown“ im Besonderen – im Allgemeinen: das gesamte Werk. Wer also diesen alten Geist zu schätzen weiß, dazu Freude an noisigen Experimenten, dissonant krächzenden Gitarren-Bass-Zusammenspielen, zuweilen anarchischen Lautstärkeabmischungen und an seltsamen Metaphern (siehe Albumtitel) hat – wird beim Horchen dieser Platte fraglos glücklich.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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