CD-Rezension / Review / Kritik

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shiny darkly little earth

Shiny Darkly
„Little Earth“
(Crunchy Frog/Soulfood)
Drei Freunde aus Kopenhagen haben eine beschwörende, teils psychedelische Mischung aus Post-Punk und Shoegaze gefunden, die vom entrückten Stakkato-Gesang des Songschreibers Kristoffer Bech getragen wird. Die Stimme erinnert an manchen Stellen an die frühen The Comsat Angels. Der Sound wird von Streichern und Tribal-Drums bereichert, an manchen Stellen erinnert die oszillierende Spielweise von Keyboardakkorden und Drums sogar an die Fliehenden Stürme. Man merkt dem Sound an, dass er eher in den 80ern beheimatet ist, aber seine Wurzeln durchaus auch bei den düsteren Bands der späten 60er und frühen 70er hat. Ein gutes Beispiel dafür ist „Sacred Floor“, dessen Melodie von einem Vibrafon begleitet wird und einen der melodischen Höhepunkte des Albums bildet, an dem Kristoffer Bechs Gesang fast hymnisch wird. Dann kommen schimmernde Perlen wie „Ignorance“ hinzu, das auf einem Keyboardteppich Bechs Stimme präsentiert, die endlos weit verloren scheint. Ein Debütalbum, das sofort den Wunsch weckt, sich auf einen düsteren Trip zu begeben.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

Friday the 18th.
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