CD-Rezension / Review / Kritik

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shatoo floodlights front

Shatoo
„Floodlights“
(Emmo.biz/Nova MD)
Eine ziemlich große Nummer waren Shatoo in den 80ern. In Norwegen zumindest. Nicht ganz so populär wie ihre deutschen Pendants Camouflage, eher so eine Art langlebige Eintagsfliege – aber optisch und musikalisch eine typische Band ihrer Zeit. Das im Internet kursierende Video zu „Overload“ datiert 1987 und spricht Bände. Ihr Album „A True Story“ erreichte in Norwegen damals Platz 6 der offiziellen Charts. Nachdem sich ihre weltberühmten Landsleute von a-ha inzwischen von der großen Bühne verabschiedet haben, greifen Shatoo noch mal an. Äußerlich und inhaltlich gereift, gelingt den Old-School-Poppern mit „Floodlights“ ein durchaus sympathisches Comeback. Zwei frühere Mitglieder der ebenfalls in Norwegen beheimateten Apoptygma Berzerk, Geir Bratland und Per Aksel Lundgreen, gehören inzwischen zum Line-Up. Letzterer ist auch unter dem Namen Angst Pop aktiv und verpasste dem einstigen Shatoo-Hit „Dangertown“ gleich mal eine neuzeitliche Verpackung. Von seinem ursprünglichen Charme hat der Song im „2013 Remix“ von Angst Pop feat. Technomancer nichts verloren. Die große Lücke, die a-ha in der Musiklandschaft hinterlassen haben, können Shatoo mit „Floodlights“ gewiss nicht ausfüllen, doch für gefälligen Electropop mit einer Prise 80er-Charme reicht es allemal. „One Night Love“ ist ein Kandidat für die nächste Depeche Mode Party.
Kai Reinbold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2014.

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