CD-Rezension / Review / Kritik

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Summoning With Doom We Come CD Cover

Summoning „With Doom We Come“

(Napalm/Universal)
Das Tolkien-belesene Duo aus der Alpenrepublik bleibt sich und seiner Fantasy-Leidenschaft beachtlich treu. Für „With Doom We Come“ tauchten Protector und Silenius erneut ganz tief in all die Mythen, Legenden und Geschichten von Mittelerde ein. Was mittels des achten Albums die seit Jahren bewährten, episch-atmosphärischen Soundlandschaften auf endlos weiten Ebenen der ganz speziellen, Mystik ins Ohr trägt. Sagenhaft im wahrsten Sinne des Wortes, wie Summoning in „Silvertine“ beispielsweise ihren einzigartigen, machtvoll schleppenden, elegischen Epic Atmospheric Black Metal-Stil erlaucht mit Prunk, Pomp und unvergleichlicher Erhabenheit zelebrieren. Orchestriert wird einzig passend und nur zweckdienlich wie mit überlegt rhythmisierten, hypnotischen Paukenschlägen oder dunkelfeierlicher, boshaft-symphonischer Schlüssigkeit. Von Schwulst, Kitsch oder Selbstverliebtheit also nach wie vor überhaupt keine Spur. Jeweils anteilsmäßig zustehenden, majestätischen Raum einnehmend, entfalten sich die acht ausgefeilten Kompositionen bereits nach wenigen Hördurchgängen als das, was den Bandnamen insbesondere seit Ende der 90er für viele Weltflüchtige erst so recht interessant machte: Zeitlos verwunschene und enorm stimmungsvoll erhebende Prachthymnen an das Heldenhafte und Metaphysische in den so reizvoll gegensätzlichen Kreaturen, die der britische Jahrhundertautor mit unsagbarer Genialität erschuf. Mit „With Doom We Come“ gelang abermalig eine musikalisch würdige als auch angemessen respektvolle Vertonung der weltberühmten Romanwerke des seligen Pfeifenrauchers.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
Friday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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