CD-Rezension / Review / Kritik

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Slow V Oceans CD Cover

Slow „V - Oceans“

(Code666/SPV)
Sagenhaft ergreifender und einnehmender, weil emotional zu 100% genuiner Atmospheric Funeral Doom Metal! Zum solidarischen Dahinscheiden schöne Sarg-Innenbeschallung, wie man sie wohl niedergeschlagener, trauriger, leidender, lichtloser und sorgenvoller nicht machen kann. Darin letztlich aber auch eine ganz eigenwillige, überwältigende Schönheit zum Tragen kommen zu lassen, so immens betörend und anmutig wie effizient hypnotisch, das ist die dick beschlagene Depressionskunst dieses begnadeten belgischen Multiinstrumentalisten und Stimmbandmasochisten. Für „V - Oceans“ lotet Großmeister Déhà die stilistischen Weiten, die das Genre erlaubt, bewusst und endlos aus. Fünf fantastische, immens unheimliche Nummern mit Überlänge vereinen sich auf diesem wahrlich kolossalen Werk, jeweils stets über zehn Minuten. Insgesamt aber auch inhaltlich ein starkes Stück! Großorchestrale, überdimensionale Monumentalarrangements defilieren in aller bedächtig-schleppenden Erhabenheit über atmosphärisch sinnbildlich kilometerbreit ausgerollte Synth-Teppiche, in deren edler Beschaffenheit man leicht schwelgerisch versinken kann. Majestätischer Gigantismus im wahrsten Sinne der Begriffe. Vor allem auch die ruhigeren, nicht selten gar manisch besinnlich machenden Passagen des Albums laden fatal-dramatisch dazu ein, sich der Imagination des ganz langsamen Versinkens in tiefsten Meeren hinzugeben.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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