CD-Rezension / Review / Kritik

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Tusmørke Bydyra CD Cover

Tusmørke „Bydyra“

(Karisma Records/Soulfood)
Stellt Euch mal ein Santana-Konzert im Auenland vor oder eine Inszenierung von „Hair“, in der ein Dachs und ein Eichhörnchen tragende Rollen spielen? Tusmørke haben in die beiden märchenhaften kleinen Geschichten, die sie auf „Bydyra“ zu Gehör bringen, ein bisschen mehr Hippie-Magick eingeflochten und dafür die progressive Psychedelik etwas zurückgeschraubt. Natürlich gibt es trotzdem Synthiesounds, die bunte Farben vor dem inneren Auge rotieren lassen. Schließlich ging es der Band nicht darum, eine vollkommen glattgebügelte Kinderfassung ihres verschrobenen musikalischen Kosmos zu schaffen. Die vergleichsweise kompakten und instrumental wie textlich sehr erzählerisch angelegten Stücke bergen unterm Strich immer noch genügend Ecken, Kanten und Überraschungen, um auch für erwachsene Retro-Fantasten interessant zu sein. Vorausgesetzt, dass sie nicht verlernt haben, mit kindlichen Augen zu staunen, wenn der „Trollmannen“, der Zauberer, seinen großen Auftritt hat oder die Querflöte um das Heim des Baumvaters streicht („Trefar“). Die Hintergrundchöre der lieben Kleinen sind sicher nicht jedermanns Sache. Andererseits hat man sie erfreulich stark in den Mix eingebunden. So gehen sie schlüssig im Gesamtbild auf.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
Thursday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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