CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
Serenity Lionheart CD Cover

Serenity „Lionheart“

(Napalm/Universal)
Um so flüssig, so nahtlos, so homogen und insgesamt so wunderbar gekonnt Musik zu machen, bedarf es schon gänzlicher Überzeugung und Begeisterung für das eigene Tun. Bei Serenity bestanden diesbezüglich bekanntlich bislang keine Mangelerscheinungen. So erklingen die Lieder des neuen, spannenden Konzeptalbums über die Vita des historischen Britenkönigs Richard Löwenherz wieder in aller hermetischen Geschlossenheit. Und von Wiederholung ist auch musikalisch keine Spur zu finden! Ganz im Gegenteil sogar, es gibt pure, unverbrauchte Frische mit Anspruch auf Top-Niveau! Die fitten Österreicher um Supersänger Georg Neuhauser sorgen mit ihrem ureigenen Stil für anhaltende Wonnen. Cineastisch luxuriös gebetteter, kompositorisch facettenreicher und außerordentlich agil inszenierter Symphonic (Power) Metal für allerhöchsten Hörgenuss. Durchzogen vom frenetisch ausgelebtem Drang nach mitreißenden, jederzeit dynamischen Instrumentierungen, lebt das Quartett auf „Lionheart“ gleich reihenweise umwerfende Gefühlsstürme aus. Restlose Hingabe, die keinerlei Grenzen kennt, zeichnet sämtliche Nummern aus, und dies auch in gedämpfteren Passagen. Über allem thront wie immer Großmeister Neuhauser, der mit seinem von vorne bis hinten angenehm natürlich belassenen Organ sämtliche Originalität, strahlende Melodiekaskaden und monumental angelegte Stimmungsbögen geradezu metaphysisch zu krönen versteht. Eine überwältigend opulente Vorstellung. Serenity triumphieren mit umwerfend pompöser Dramaturgie. Mitreißend gespielt, fantastisch arrangiert, phänomenal vokalisiert: Power Symphonic Metal mit geradezu aristokratischer Noblesse. Wie der alte Richard selbst: Sagenhaft!
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
Wednesday the 11th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©