CD-Rezension / Review / Kritik

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Sleepmakeswaves Made Of Breath Only CD Cover

Sleepmakeswaves „Made Of Breath Only“

(Pelagic Records/Cargo)
Derweil die schwedischen Immanu El - selbst in Sachen Postrock eher uninformierten Kreisen - für ihre Genreverschmelzung mit offenherzigen Popsong-Strukturen ziemlich dolle abgefeiert werden, kündigt sich mit dem dritten Album der aus Sydney stammenden Formation Sleepmakeswaves ein vergleichbares Phänomen an. So auch das von Grammy-Gewinner Nick DiDia (von Springsteen bis Karnivool) produzierte „Made Of Breath Only“ stilecht ohne Worte auskommt, vermag allein schon die Wahl des Aufnahmeleiters andeuten, welche geschmacklichen Richtungen das Album einschlägt, ohne dabei die eigenen Wurzeln zu verraten. Stärker als die Kompositionen an sich legt jedoch das Klangbild nahe, dass die konfektionierten Vollzugsweisen des Genres mehr nur ansatzweise hinterfragt wurden. So gerät etwa ein Track wie „The Edge Of Everything“ samt seiner hibbeligen Bassläufe und versatil inszenierten Rhythmik in die Nähe von Groove Rock und Neoprog, während der anschließende Titeltrack auf Basis schlichter Pianofiguren verpufft. Und es dem folgenden „Into The Arms Of Ghosts“ überlässt, das lautmalerische Drama in bester Postrock-Tradition zu erzählen, wobei auch hier die Distanz zum Typischen gewahrt bleibt. Insofern mag es nicht verwundern, wenn „Made Of Breath Only“ auch in zuvor als artfremd empfundenen Nischen Anerkennung finden wird. Handelt es sich doch um ein zupackend nonkonform dekoriertes Werk, dessen innovative Ansätze die Freude an der Aufdeckung seiner Essenz anstacheln dürfte. Auch bei der Kernzielgruppe alteingesessener Postrock-Fans.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017.
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Wednesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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