CD-Rezension / Review / Kritik

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Silver Dust The Age Of Decadence CD Cover

Silver Dust „The Age Of Decadence“

(Fastball Music/Escudero Records)
Ohne den Schweizern unterstellen zu wollen, sie hätten irgendwo abgekupfert: Wer die letzten Veröffentlichungen von Pyogenesis mochte, der dürfte auch mit „The Age Of Decadence“ gut leben können. Wobei die von Silver Dust praktizierte Vermengung von Englisch und Französisch in den Texten natürlich einen ganz eigenen Reiz hat. Hinzu kommt eine unleugbare Affinität zum großen Drama à la Muse und ein großer Schuss Pop-Melodik. Das richtig dicke Gitarrenbrett ist aber eben stets zur Hand, wenn die vier Herren ihre Zeitmaschine ins Nirgendwo anschmeißen. Steampunk für Gothrocker, die heimlich headbangen? Deftige Riffs für Headbanger, die gerne heimlich einen Zylinder tragen und gothrocken? Zwischen den tiefergelegten Gitarren des Titelsongs und dem schon fast zu eingängigen „My Heart Is My Saviour“ findet die Band eine eigene Melange, die die verschiedensten Szenegänger zusammenführt. Das kann man als cleveres Konzept abtun, es verlangt aber eben auch nach der musikalischen Klasse, alle Facetten adäquat umzusetzen. Silver Dust bringen sie mit. Der zirzensische Walzer „Morte D’Aimer“ kommt so überzeugend über die Rampe wie die von orientalischen Streichern durchsetzten Riffs in „The Judgement Day“. Langweilig wird einem im Zeitalter der Dekadenz jedenfalls nicht. Hier und da noch ein bisschen mehr Mut zum Eintauchen in Brachial-Metal-Gefilde und die Sache wäre perfekt. Vielversprechend!
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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Tuesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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