CD-Rezension / Review / Kritik

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trollfest kaptein kaos

Trollfest
„Kaptein Kaos“
(NoiseArt/Universal)
Der pralle Wahnsinn hat weiter Methode! Die norwegischen Feierschweine sind zurück. Im ranzigen Rucksack haben die Typen neben gewohnt viel Billigfusel ein neues irres Album. „Kaptein Kaos“ ist als Konzeptwerk angelegt, das eine wahnwitzige Fantasystory über einen durch die Zeit reisenden Schluckspecht erzählt, der abstruse Abenteuer erlebt. Optimal also für den viehischen Heilanstalt-Sound, den Trollfest wieder ausgelassen verzapfen. Sicher ist - bei aller Unsicherheit in Sachen Kategorisierung -, dass der hemmungslos erfinderische Folk Metal des kauzigen Spinnertrupps absolut einzigartig auf diesem Planeten ist. Der Nachfolger zum weitreichend erfolgreichen 2012er Knallbehälter „Brumlebassen“ beinhaltet sogar, unglaublich, neben Balkankolorit Querverweise in Richtung Tango! Asiatischer Folklore und typischen Latinoklängen wird ebenso dreist gefrönt. Viking Metal-typisches ist auch noch mit dabei. Stimmband-Knalltüte Trollmannen beschreit, bejault, bejammert und beruft die völlig übergeschnappten Lieder so verrückt, dass die Zwangsjacke ständig platzt. Doch bei aller vordergründig köstlichen Heiterkeit muss man den schlitzohrigen Sonderlingen eine wahrlich spektakuläre Musikalität zugestehen, die eben nicht nur vor lauter blendender Originalität kaum aufzuhalten ist. Sondern Trollfest spielen zum ekstatischen Veitstanz auch noch auf wie die absoluten Vollprofis.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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