CD-Rezension / Review / Kritik

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stabil elite spumante

Stabil Elite
„Spumante“
(Italic/Rough Trade)
„Alles, was ich anfass’, wird sofort zu Gold“, orakelten Stabil Elite 2011 auf ihrer ersten Single und lieferten selbstironisch einen Sticker mit der Aufschrift ‚The Sound of young Düsseldorf’ mit. Ganz Unrecht hatten sie mit beidem nicht: Das Debüt „Douze Pouze“ wurde mit kantig-krautigem New Wave auf Deutsch zum Achtungserfolg, und der Verweis auf die Heimatstadt des Trios ließ sich sowohl auf alte Helden wie Der Plan oder Neu! als auch auf jüngere wie Kreidler beziehen. Album Nummer zwei groovt nun auf luftigen Keyboards und unaufdringlichen Rhythmusschlaufen sommerlich durch das Frühjahr – Stabil Elite haben somit eine ähnliche Entwicklung durchgemacht wie ihre Labelkollegen Von Spar, die zuletzt bei doppelbödigem Softrock mit subtiler Dance-Schlagseite gelandet waren. Der Hörer ist hier mit ausgiebigem Schaumweingenuss jedenfalls bestens beraten: Dem Tenor der Auskopplung „Alles wird gut“ kann man nur beipflichten, und „Steppe“ und „Jugend ohne Gott“ nicken mit spröder Gitarren-Achtelei und Fehlfarben-Zitat erneut den Altvorderen zu. Ins Kraut schießt bei Stabil Elite jedoch nur mehr wenig – stattdessen sind die Rheinländer auf dem besten Weg zum deutschen Pendant zu Metronomy oder Hot Chip. Und da kann man schon mal die Korken knallen lassen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.