CD-Rezension / Review / Kritik

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the spirtual bat mosaic

The Spiritual Bat
„Mosaic”
(Danse Macabre/Alive)
Wer auf Old-School-Deathrock steht, kommt an der neuen Veröffentlichung des italienischen Duos nicht vorbei. Musik, zu der Lovecraft und E. A. Poe aus den Gräbern steigen und tanzen, unterstützt von mittelalterlichen Alchemisten, die aus den Klängen Gold machen. „Mosaic“ stellt eine deutliche Weiterentwicklung des Vorgängers „Cruel Machine“ dar. Daria Passamonti und Rosetta Garri haben ihren Stil verfeinert und sind noch abwechslungsreicher geworden. Die Songs sind wunderschöne Mosaiksteinchen, die ein rundes und immer wieder hörbares Gesamtbild ergeben. Rosettas Stimme ist ausdrucksstark und unverwechselbar, mal klingt sie beschwörend und hypnotisch, mal wahnhaft exaltiert und dann wieder zornig wie beispielsweise in „We Are Born“, dem dynamischen, post-punkigen Clubhit, der sofort in die Beine geht und sich in die Gehirnwände frisst und zu dem Dario seine Gitarren wild aufheulen lässt. Musikalisch ganz anders dann „Blown Away“, bei dem Tyves Oben von Place4Tears seine Hände im Spiel hatte. Traumhaft schön und voller atmosphärischer Melancholie treibt dieser Song den Zuhörern die Tränen in die Augen. Bei „Of Breath And Veils“ werden gar Erinnerungen an Mors Syphilitica und an Faith & The Muse wach, was zum einen an Rosettas teilweise fast schon opernhaftem Gesang, aber auch an den hypnotischen Gitarrensounds liegt. Ein musikalischer Drogenrausch vom ersten bis zum letzten Ton.
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.