CD-Rezension / Review / Kritik

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surgical meth machine surgical meth machine

Surgical Meth Machine
„Surgical Meth Machine“
(Nuclear Blast/Warner)
Mit diesem neuen Projekt schlägt Industrial-Magier Al Jourgensen ein neues Kapitel seiner schier unendlichen Karriere auf. Mit Engineer Sam D’Ambruoso, welcher auch schon bei den letzten Ministry-Scheiben mitwirkte, schuf der Meister ein Opus, welches Industrial Metal, Industrial Glam Rock, Industrial Punk, Industrial Noise… und sicherlich weitere Facetten dieses geräumigen Feldes umschließt. Die ersten Tracks wurden ursprünglich für Ministry geschrieben und klingen auch so, wenngleich die Gitarren und ebenso die im bisweilen fast nicht mehr nachvollziehbaren Super-Uptempo preschenden Drums gegenüber Jourgensens berühmtester Band etwas in den Hintergrund gemixt wurden. Ab dem siebten Track mit dem bezeichnenden Titel „Unlistenable“ ändert sich die Charakteristik des Albums; nun ziehen die Musiker alle möglichen Register, um dem Werk Farbtupfer in Richtung Experimentierfreude, Unverdaulichkeit, Selbstironie, Collagenhaftigkeit („Just Go Home“, „Just Keep Going“), Glam-Rock-Feeling („Gates Of Steel“, „Spudnik“) und Wah-Wah-Gitarren-Psychedelik („I’m Invisible“) zu verleihen. Kurzum: Diese Scheibe verbindet Genialität mit Wahn, Augenzwinkern mit Freude am Krachmachen, anarchische Häme mit Flower Power, Crystal Meth mit Marihuana. Das letzte Begriffspaar ist selbstverständlich lediglich bildhaft gemeint. Al Jourgensen ist und bleibt ein Unikum, optisch, akustisch und spirituell: Die sympathisch-überdrehte Hauptfigur seiner eigenen Autobiographie; und die ist ein lebenslanger Schelmenroman.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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