CD-Rezension / Review / Kritik

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Starwalker Starwalker

Starwalker
„Starwalker“
(Prototyp Recordings/Al!ve)
In letzter Zeit mal was von Air gehört? Nein? Kein Wunder, denn die Franzosen sind momentan eher unabhängig voneinander beschäftigt – vor allem Jean-Benoît Dunckel. Zuletzt war er mit der Sängerin des New Young Pony Club als Tomorrow’s World und solo unter dem Pseudonym Darkel aktiv. Für das Projekt Starwalker hat sich Dunckel mit Barði Johansson zusammengetan, dessen Alias Bang Gang viel unflätiger klingt als die vernebelten Platten des Isländers. Und je länger das Debüt der beiden läuft, desto klarer wird, dass darbende Air-Freunde daran ihre helle Freude haben dürften. Beim Opener „Holidays“ etwa am naiv trällernden Kinderchor, den perlenden Klavierlinien und Dunckels betont unbedarftem Gesang. Schon „Losers Can Win“, Starwalkers 2014er Space-Popsong mit den lysergsäurehaltigen Gitarren, wies in diese Richtung – hier gesellen sich nun der lockere Piano-Shuffle „Radio“ (der nicht nur im Titel an Airs „Radio #1“ erinnert), das gut gelaunte Stakkato von „Everybody’s Got Their Own Way“ oder das schmeichelnde Liebes-Schlaflied „Come And Stay“ hinzu, sodass der Blick tatsächlich immer mehr Richtung Sterne wandert. In den falschen Momenten kann nach diesen schöngeistigen zehn Songs schon mal der Zuckerschock drohen – in den richtigen bekommt man das Grinsen jedoch gar nicht mehr aus dem Gesicht. Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.


Sunday the 20th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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