CD-Rezension / Review / Kritik

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skold the undoing


Skold
„The Undoing”
(Metropolis/Soulfood)
Vier Jahre nach seinem letzten Soloalbum „Anomie“ legt der renommierte Saitenvirtuose Tim Skold, unter anderem bekannt durch seine langjährige Zusammenarbeit mit KMFDM oder Marilyn Manson, hiermit sein drittes Fulllength-Opus unter eigener Flagge vor. Mit dem an Drown erinnernden Opener „Triumph Of The Will“ beginnt der Musiker seine beeindruckende Industrial Rock-Lektion: ein schweres Half-Time-Monster, das dem Hörer einen unerhört fetten, langsam rollenden Beat um die Ohren schlägt, Laszivität mit plötzlich aufdröhnender Aggression verbindet und mit einem raffinierten Reduktionspart punktet. Genau diesen Elementen begegnet man auf diesem Album andauernd wieder, in immer neuen, aufregenden, variierenden Arrangementfacetten. „Today Your Love“ überrascht mit einem Horrorfilm-Klavier-Intro, Effekt-Noises und Glam-Attitüde; „Escape“ erinnert an „Closer“ von NIN, ohne allerdings in irgendeiner Form epigonisch zu wirken; „The Oldest Profession“ ist ein marschierender, schnellerer Track; „Transparencies“ mag als Lehrbeispiel dafür dienen, wie wahrhaft atemberaubende Industrial-Dynamik funktioniert; „Chasing Demons“ könnte sich als Dancefloor-Hit erweisen, welcher allerdings leider mit ein paar Takten unseliger Tröten-Sounds aufwartet; „Break My Fall“ verbindet lockende Dekadenz mit fulminant hereinbrechender Zornes-Power; „This Beat Will Kill Us All“ offenbart eine sich langsam steigernde, genialische Verdichtung aller Arrangementkomponenten… und so könnte man fortfahren, jeden Track mit rezensentischem Industrial-Gold oder gar Platin zu dekorieren. Was für ein Haudegen, dieser Tim Skold, was für ein Wonne-Album von kraftstrotzendem Industrial-Elan!
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.

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