CD-Rezension / Review / Kritik

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september girls cursing the sea

September Girls
„Cursing The Sea“
(Fortuna Pop/Cargo)
Es scheint eine gute Zeit zu sein für Girlbands, wenn man zum Beispiel zurückschaut auf Savages oder Pins im letzten Jahr. Mit der letztgenannten Band war das weibliche Quintett aus Dublin ausgiebig auf Tour. Was einerseits passt, andererseits die Unterschiede offenlegt. Statt Postpunk zelebrieren die September Girls nämlich eher eine Shoegaze-Variante mit Tweepop-Einschlägen. Was nicht heißen soll, dass der Sound der September Girls permanent süß oder nett wäre. Die Mädels um Sängerin und Bassistin Paula spielen teils dumpf, manchmal an The Jesus And Mary Chain erinnernd mit leicht verwaschenen Vocals, teils mit 60s-Referenzen, teils mit verschwurbelten Orgeln im Hintergrund. Sicherlich haben sie mit „Heartbeats“ die richtige Single herausgegriffen, denn dieser Song ist schneller und melodisch verspielter als viele andere der Stücke, die konsequent eine Wall-Of-Sound aufbauen. Insgesamt liefert „Cursing The Sea“ ein schönes Stück verträumter Shoegaze-Nostalgie. Was eigentlich ganz gut ins Jahr 2014 passt.
Georg Howahl

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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