CD-Rezension / Review / Kritik

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Mark Renner Few Traces CD Cover


Mark Renner „Few Traces“
(RNVG/a-Musik)
Erinnert sich noch jemand an die Rock-Band Big Country? Zu deren Gründungsmitgliedern gehörte der vor Jahren verstorbene Stuart Adamson, der – bevor er eine Popstarkarriere anstrebte – Kopf einer der wichtigsten schottischen Punk-Bands war; der Skids. Adamson unterhielt zu jener Zeit eine Brieffreundschaft zu Mark Renner, den er nach Möglichkeit förderte. Mit seinen Alben „All Walks Of This Life“ und „Painter’s Joy“ schaffte es Renner weder ins kollektive Pop-Gedächtnis noch zu einem Wiki-Eintrag. Wie ungerecht der Erfolg in diesem Fall mal wieder verteilt wurde, davon zeugt „Few Traces“, eine Zusammenstellung von (teilweise unveröffentlichtem) Material aus den Jahren 1982 bis 1990. Renners Pop-Miniaturen zwischen Folk, Dreampop und vorsichtigen Experimenten mit dem Casio CZ101 Synthesizer begeistern nicht zuletzt dadurch, dass hier Eingängigkeit nicht in einen Wettstreit mit lyrischem Anspruch und musikalischem Ideenreichtum tritt, sondern gleichberechtigt ist. Dennoch schien Renner damit damals nicht den richtigen Nerv getroffen zu haben. Ausgleichende Gerechtigkeit: auch wenn er nie ganz der Musik abgeschworen hat, konnte er mit der Malerei ein weiteres künstlerisches Standbein für sich etablieren.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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