CD-Rezension / Review / Kritik

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Paradisia The Sound Of Freedom CD Cover

Paradisia „The Sound Of Freedom“

(Long Branch Records/SPV)
Zugegeben, die Musik von Paradisia wirkt im ersten Moment extrem gefällig. Wunderschöne Frauenstimmen in engelsgleichen Harmonien, betörende Melodien, kaum Ecken und Kanten. Sie deshalb gleich in die Schublade „belangloser Pop“ abzuschieben, haben die Mädels aus London aber weder verdient, noch wäre es richtig. Hier lohnt es sich wirklich, ein zweites Ohr zu riskieren. Leadsängerin Sophie-Rose stellt im Interview das Songwriting und Geschichtenerzählen in den Vordergrund, und das kann man auf dem Album deutlich spüren. Die Lieder sind jedes für sich wirkliche kleine Juwelen und haben ordentlich Tiefgang. Meist werden in den Texten zwischenmenschliche Erfahrungen verarbeitet und das sehr ehrlich, hat man das Gefühl. Hier zeigen die Songs bei allem musikalischen Zucker teils auch eine sehr melancholische, sehnsuchtsvolle, verletzliche und manchmal auch dunkle Seite –  was sie stellenweise wiederum auch unheimlich kraftvoll werden lässt. Als wären es der Komplimente noch nicht genug, enthält das Album mit „Dancing In The Dark“ so ganz nebenbei dann auch noch eines der besten Springsteen-Cover, das ich je gehört habe. Aber Singer-/Songwriter hin, Folk her, der Pop-Faktor lässt sich natürlich nicht völlig wegdiskutieren. Ist jedoch in diesem Fall absolut unerheblich. Auch Pop kann gut sein. Verdammt gut sogar.
Florian Hessler

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2017.
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Tuesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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