CD-Rezension / Review / Kritik

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arnaud rebotini christian zanesi frontieres

Arnaud Rebotini & Christian Zanési
„Frontières“
(Blackstrobe)
Der Background der französischen Komponisten könnte unterschiedlicher nicht sein. Zanési hat sein Handwerk unter anderem bei Pierre Schaeffer gelernt und ist seit 1977 Mitglied (und inzwischen Co-Geschäftsführer) der Groupe de Recherches Musicales (GRM). Klassischer verwurzelt in der akademischen Avantgarde kann man kaum sein. Dass er dennoch nicht in einem Elfenbeinturm lebt, hat er zum Beispiel mit seiner Gemeinschaftsarbeit mit Christian Fennesz und Mika Vainio bewiesen. Arnaud Rebontini ist rund 20 Jahre jünger als Zanési und veröffentlicht seit Mitte der 90er fordernde Techno- und Elektro-Tracks, hat aber auch schon für die GRM komponiert. Kurzum: eine gute Ausgangslage, um zwei sehr unterschiedliche Ansätze in Bezug auf Methoden und Zielsetzung zusammenzubringen. Hierfür bedient sich „Frontières“ ausgiebig der Klangsprache der elektroakustischen Musik und umhüllt diese im zeitlichen Verlauf der Tracks immer stärker mit Elementen aus Dance und Techno. Aber keine Angst – vom Zuballern filigraner Elektronik mit stumpf stampfenden Beats sind die zwei Franzosen genauso weit entfernt wie vom abstrakten Zweig der Home Listening Electronica. Ein überaus gelungener Spagat.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.



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