CD-Rezension / Review / Kritik

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Lo Moon Lo Moon CD Cover

Lo Moon „Lo Moon“

(Columbia/Sony)
Eine große Frage in der Internet-Community war, ob das Debütalbum von Lo Moon das Versprechen halten konnte, das der viel bejubelte Song „Loveless“ gab. In seinen sieben Minuten erblühte „Loveless“ zu einem extrem atmosphärischen Beispiel, wie man mit Dynamik und guten Arrangements wirklich eindringliches Songwriting gestalten kann. Mit den weiteren Vorabtracks, dem poppig-opulenten „This Is It“ und dem extrem groovigen „Thorns“, konnte man zwar schon ahnen, dass Lo Moon ordentlich was draufhaben, aber das selbstbetitelte Debüt untermauert den Anspruch der Band. Beim ersten Hören zeigt sich zwar, dass man sich auf die Musik einlassen muss, um die vielen Schichten und Ideen der Lieder zu erfassen, aber der Popfaktor hält das Interesse wach. Ab dem zweiten Hören erschließen sich nach und nach die Texturen, die Songs wie „Wonderful Life“ oder „The Right Thing“ spannend machen. All die Vergleiche, mit denen die Band überzogen wurde, treffen in der Tat zu. In „Try To Make You My Own“ spürt man beispielsweise Peter Gabriel, in „This Is It“ Air und The XX, aber trotzdem haben Lo Moon einen eigenen Sound gefunden, wie ihn derzeit keine andere Band hat. Ins Stadion vor die breiten Massen trägt „Lo Moon“ das amerikanische Trio derzeit allerdings noch nicht. Aber die Band steht schließlich am Anfang ihrer Karriere. Und wichtig ist ohnehin erst einmal, dass Lo Moon mit ihrem Debüt zeigen, dass sie alles andere als eine Luftnummer mit nur einem guten Song sind.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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