CD-Rezension / Review / Kritik

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Liv Sin Follow Me CD Cover

Liv Sin „Follow Me“

(Despotz/Soulfood)
Das Ende von Sister Sin kam nach 13 Jahren Bandgeschichte, fünf Alben und dem stetig wachsenden Erfolg Ende 2015 äußerst überraschend. Für das schwedische Powerpaket Liv Jagrell war dies jedoch kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen, sondern vielmehr der Startschuss, fortan unter eigener Flagge zu musizieren. „Follow Me“ ist das eindrucksvolle Debüt von Liv Sin, welches kompositorisch nahtlos an den letzten Sister Sin Silberling „Black Lotus“ anknüpft, jedoch deutlich härter, kompromissloser und brachialer zu Werke geht. Dafür sorgen nicht zuletzt gleich zwei Gitarristen, die ein wahres Riff-Inferno entfachen und eine entsprechend metallische Wand kreieren. Generell ist „Follow Me“ ein opulentes Heavy Metal-Epos geworden, das zeitweise sogar Exkursionen in den extremeren Metal-Bereich wagt und wie in „Killing Ourselves To Live“ streckenweise an Arch Enemy erinnert. Der dennoch hymnische Track, in dem übrigens Schmier von Destruction als Gastsänger mitwirkt, ist einer der zahlreichen Highlights auf der durchweg spannenden Platte. Metal-Hymnen der Marke „I Am Your Sin“, das eröffnende „The Fall“ oder der Ohrwurm „Let Me Out“ strotzen vor beziehungsweise spiegeln das Selbstbewusstsein von Liv Jagrell eins zu eins wieder. Düster hingegen wird es in „Immortal Sin“; einem melancholisch-morbiden Duett mit Jyrki 69 von The 69 Eyes. Die dynamische Produktion von Stefan Kaufmann und Fitty Wienhold (U.D.O.) tut ihr Übriges dazu und lässt „Follow Me“ zu einem geradezu perfekten Neustart einer der besten Rock-Sängerinnen der Gegenwart avancieren. Top!
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017
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Saturday the 20th.
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