CD-Rezension / Review / Kritik

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Liima ii

Liima
„ii“
(4AD/BeggarsGroup/Indigo)
Finnland, Berlin, Istanbul und Madeira, die Liste der Entstehungsorte dieses Debüts deutet es an: Liima ist ein international ausgelegtes Projekt. Zusammengesetzt aus dem finnischen Perkussionisten Tatu Rönkkö und den drei Mitgliedern der dänischen Band Efterklang schuf das Quartett die Songs innerhalb von vier einwöchigen Arbeitsphasen und spielte unter der Regie von Jonas Verwijnen in nur drei Tagen im Vox-Ton Studio in Berlin das gesamte Album ein. Auswirkungen hatte diese zeitliche Geschlossenheit vor allem darauf, was den etwas rohen und reduzierten Charakter der Tracks angeht. Musikalisch durch Synthesizer, Gesang, Bass und reichlich Soundeffekte, inklusive Samples und Field Recordings, in Szene gesetzt, wirkt manches improvisiert und spontan, während an anderer Stelle umfassend ausgearbeitete Atmosphären überzeugen, beispielsweise bei „Woods“. Dynamik wird auf „ii“ großgeschrieben, vom nachdenklichen Ausklingen einzelner Akkorde, bis hin zu hektischen Beatsequenzen. Ihre stärkste Seite zeigen Liima in Trance-dominierten Passagen, während zu viele Breaks und Industrial-Anleihen oder Stimmeffekte den Charme der Songs gänzlich zerstören. Absolutes Highlight der CD ist „Amerika“. bitte mehr davon.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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