CD-Rezension / Review / Kritik

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giana factory lemon moon

Giana Factory
„Lemon Moon“
(Questions & Answers/Rough Trade)
Ein neues Giana Factory-Album ist im Frühjahr besonders gerne genommen – man könnte sonst schließlich Gefahr laufen, bei den allmählich wieder steigenden Temperaturen allzu sehr ins Schwitzen zu kommen. Ideale Bedingungen für den kühlen Electro-Pop der drei Däninnen, die sich auf „Lemon Moon“ noch eine Spur reduzierter und entrückt-eisiger präsentieren als auf dem bereits exquisiten Debüt „Save The Youth“. Auch ein Verdienst von Produzent Anders Trentemøller, dessen Verpflichtung sich schon auf den beiden Vorabtracks als kluge Maßnahme herausstellte: Das Titelstück treibt sich mit einer hyperaktiven Bass-Sequenz ähnlich unwiderstehlich ins Bewusstsein wie vor einiger Zeit „Ghost Dance“ von Emmon, während das sparsame Arrangement von „I Live At Night“ jede Menge Platz für Loui Foos ätherischen Gesang lässt – in solchen Momenten nähern sich Giana Factory sogar dem skelettierten Sound von The XX an. Die Reverb-Ballade „Downtown“ nimmt dann fast alles Tempo aus der Veranstaltung, bevor „Lemon Moon“ mit dem zuckenden elektronischen Bass und der sanft im Hintergrund zersplitternden Gitarre von „My Power Obey“ noch einmal Fahrt aufnimmt und doch sein delikates Geheimnis bis zum Ende nicht vollständig preisgibt. „Don’t Fall In Love“, warnen Giana Factory im gleichnamigen diskreten Stampfer – sie haben leicht reden bei so einem zauberhaften Album.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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