CD-Rezension / Review / Kritik

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Im Not A Blonde The Blonde Album CD Cover

I’m Not A Blonde „The Blonde Album“

(INRI Records)
Chiara Castello und Camilla Matley haben vollkommen Recht: Blond sind die beiden Italienerinnen in der Tat nicht und leisten sich daher einen ziemlich charmanten Bandnamen, dem sie in der langen Version sogar noch ein „But I’d Love To Be Blondie“ in Klammern nachstellen. Womit schon einiges über die Musik der zwei Damen aus Mailand gesagt wäre, und auch die längst aufgelösten Sheffielder Indie-Lieblinge The Long Blondes springen dem Hörer aus „The Blonde Album“ des Öfteren entgegen. Da kümmert es wenig, dass der Titel genau genommen Etikettenschwindel betreibt: Im Grunde handelt es sich um kein Album, sondern lediglich um eine Kopplung dreier EPs. Doch solang I’m Not A Blonde so zielsichere, aufgekratzte Popsongs auf der Pfanne haben, die zwischen Bubblegum, Teenage-Angst und latenter Düsternis eine prächtige Figur machen, ist die Darreichungsform nicht relevant. Hauptsache, der drahtige, auf einem präzisen Riff daher flitzende Opener „Daughter“ trifft mitten ins Herz und der Singalong von „A Reason“ folgt hinreißend popowackelnd auf dem Fuße, bevor sich in „Waterfall“ und „Rain In August“ auch steife elektronische Sequenzen einschleichen. Eine kurze Geschichte der Jugend in neun zauberhaften Songs, die in wenig mehr als einer halben Stunde allerdings nur mit Mühe einen richtiggehenden Longplayer abgeben. Aber das ist ja wie bereits erwähnt nicht relevant. „The Blonde Album“ hingegen sehr wohl.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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Tuesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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