CD-Rezension / Review / Kritik

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The Hellfreaks Astoria

The Hellfreaks
„Astoria“
(Wolverine/Soulfood)
Den „Boogie Man” hat Shakey Sue mitsamt seinen unfassbaren 3,5 Millionen YouTube-Klicks in den Wäldern zurückgelassen. Der „Circus Of Shame“ ist eingemottet und die Kapelle des Unternehmens samt Kontrabass weitergezogen. Die Hellfreaks aber gibt es noch immer. Oder es gibt sie wieder. Das ist eine Frage des Standpunkts. Psychobilly und Horrorlyrics waren gestern. Heute regiert bei den Ungarn, die abgesehen von ihrer charismatischen Frontröhre komplett neu formiert sind, moderner Punkrock mit effektvollen Breaks, satten Riffs, kleinen Gitarrenmelodien, die sich im Ohr festbeißen („Burn The Horizon“) und dezenten Hardcore-Tendenzen. Nummern wie das munter knüppelnde „Why Do You Talk“ oder „I’m Away“ sind absolute Kracher. Sues mal unterschwellig, mal unverblümt aggressive Vokalarbeit verträgt sich ausgezeichnet mit dem Brett ihrer Mitmusiker, die sich zwischendurch auch die Zeit nehmen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen und ein paar fiese, düstere Akkorde in den Raum zu stellen („Rope“). Hier und da hätte man vielleicht ein wenig sparsamer mit den Effekten auf der Stimme umgehen können. Angesichts der verdammt hohen Trefferdichte zwischen Hymnen wie „Dawn“ oder „Your Call“ und schmutzigem Volldampf-Rock’n’Roll („Back To My Planet“) fällt das aber kaum ins Gewicht. Bleibt zu hoffen, dass dieser Neustart nach Maß auf offene Ohren stößt.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.

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