CD-Rezension / Review / Kritik

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ryoji ikeda supercodex

Ryoji Ikeda
„Supercodex“
(Raster Noton/Rough Trade)
Wer hätte damit gerechnet? Ausgerechnet in Duisburg platziert Ryoji Ikeda seine eindrucksvolle Rauminstallation „Test Pattern“ und lockt damit busladungsweise Kulturinteressierte aller Altersklassen an. Wird sich dieses Interesse auch in steigenden Verkaufszahlen von „Supercodex“ niederschlagen? Immerhin handelt es sich dabei um den finalen Teil der Trilogie, zu der auch „Test Pattern“ gehört. Ikeda arbeitet mit dem Klang von Daten und den Daten von Klängen. „Supercodex“ kreuzt zudem seinen Weg mit „Superposition“ - dem Projekt, in dem der japanische Künstler sich mit Quantum Informationen beschäftigt. Entsprechend prasseln die extrem kurzen Töne auf den Hörer nieder wie das Knacken im Lautsprecher eines Geigerzählers auf hochverstrahltem Gelände. Selbst bei geringen Lautstärken spielt sich „Supercodex“ damit in den Vordergrund und sorgt bei Anhebung sehr schnell für deutlich spürbare körperliche Reaktionen beim Hörer. Wer die zum Til sehr desorientierten Besucher beim Verlassen der „Test Pattern“-Installation gesehen hat, weiß, wozu Ikeda in der Lage ist.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

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