CD-Rezension / Review / Kritik

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the eternal afflict birth life death

The Eternal Afflict
„Birth Life Death”
(Afflict Me Records/Rough Trade)
Als Nachfolger des Remix-Mini-Albums „Perish!”, als Vorbote der EP „And (In Between) Love“, als Mittelstück und Hauptwerk ihrer 2014er Trilogie ist den Essener Electro-Haudegen fraglos ein aufsehenerregendes Album gelungen. Hierauf verbinden die Mannen ihr ureigenes Profil, ihre ganz charakteristischen Eigenarten und skurrilen Komponenten, die da schon in den frühen Neunzigern gleißten, mit modernen Stilmitteln und beweisen konsequent weitergeführten Reifeprozess. Der Titelsong trägt die Macht in sich, ein Überhit zu werden, „Napalm God“ ist eine Hommage an Dirk Ivens, „Revolucion“ besticht mit Skinny Puppy-Flair, „Eve (The Painmachine)“ beschwört echte Achtziger-Visionen herauf, „Requiem For A Day“ transportiert eine dichte, filmische Magie, „Through The Barricades“ arbeitet mit Stakkato-Gitarren und zehrenden, lockenden Mid-Tempo-Beats – und „Million Shades Of Grey“ ist das versteckte Juwel, das man möglicherweise noch in etlichen Jahren auf den Tanzflächen der Düsterwelt antreffen wird. Mit allem gelingt den drei Musikern eine Melange aus klassischem EBM, zeitloser, leicht psychedelisch angehauchter Trance-Electro-Power, verspielten atmosphärischen Passagen und hinterlistig-schelmischen Musikzitaten (klopft bei „Lex Est Quod Facimus“ nicht die 1980er-“Vienna“-Bassdrum?). Keine Frage: das trilogische Hauptwerk stellt einen ganz großen Wurf dar.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2014.

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