CD-Rezension / Review / Kritik

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The Frozen Autumn The Fellow Traveller CD Cover

The Frozen Autumn „The Fellow Traveller“

(Echozone/Soulfood)
Kein Zweifel, das Post-Punk-Revival läuft gerade heiß. Eine Band nach der anderen schießt aus dem Boden und versucht ihr Glück. Einer ganz besonderen Ecke der Wave-Musik haben sich schon seit 1994 Froxeanne und Diego verschrieben. Ihrem selbstbetitelten Subgenre Frozen-Wave haben sie sechs Jahre nach „Chirality“ nun einen neuen Longplayer hinzugefügt, der den bisherigen Weg des Duos nahtlos fortsetzt. Mit viel Liebe zum Detail wurden für „The Fellow Traveller“ die Synthiesounds ausgewählt, damit Melodien und Hintergrundatmosphäre perfekt zusammenpassen. In dieses musikalische Gerüst wurden schließlich die Texte eingefügt, die nicht immer perfekt intoniert dargeboten werden. 80er-Retro-Charme in allen Ehren, aber gerade wenn die Songs eine stärkere Tendenz in Richtung Synthie-Pop tragen, bleibt die Musik oberflächlich und wirkt aufgesetzt. Auf der anderen Seite der Skala fallen die individuellen und schrägen Kompositionen ihrerseits nicht einzigartig genug aus, um in der Avantgarde- oder Indie-Ecke zu punkten. Über die gesamte Spielzeit fehlt es zudem an eingängigen Passagen, die auch mal länger im Gehör hängenbleiben und nachhaltig von The Frozen Autumn überzeugen könnten.
Peter Heymann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.