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CD-Rezension / Review / Kritik

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Electric Six How Dare You CD Cover

Electric Six „How Dare You“

(Metropolis/Soulfood)
Schon wieder ein Jahr rum – da muss doch bald ein neues Album von Electric Six kommen? Und da ist es auch schon, nachdem die so durchgeknallten wie veröffentlichungsfreudigen Indie-Glamrocker um Dick Valentine zuletzt sogar einen Spielfilm mit sich selbst in den Hauptrollen gedreht hatten. Dass weder dieser noch ihr 13. regulärer Longplayer sonderlich ernst gemeint sind, versteht sich dabei von selbst – auch durch „How Dare You“ geistern reihenweise krumme Typen, schräge Vögel und angespitzter Rock’n’Roll mit deutlicher Dance-Schlagseite. Dazu plündern Electric Six listig und kenntnisreich die Musikgeschichte: „Chicken Wine“ besäuft sich an der Originalversion von „Tainted Love“, der schwer atmende Stampfer „Dark Politics“ beleiht die Harmonien von „These Boots Are Made For Walking“, und wie „Routine Cocooning“ die (seinerzeit bereits von The Art Of Noise geklauten) „Hey!“-Rufe aus The Prodigys „Firestarter“ verbaut, ist eine diebische Freude. Wie im Grunde das ganze Album: Selten wurde schmierige Indie-Disco wie „Sex With Somebody“ so schamlos mit dem gewaltigen Rifforama des Titelstücks oder dem hinten raus von einem Schweinesolo übers Knie gelegten Tanzflächenhit „Hatchet Man“ gekreuzt. Ausgerechnet Großmaul Valentine lässt zum Schluss noch wissen, er sei „A Quiet Man“ – und beweist doch die ganze Zeit das Gegenteil. Recht hat er: Nach „How Dare You“ haben Electric Six keinerlei Grund, sich kleinlaut zu geben.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
Monday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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