CD-Rezension / Review / Kritik

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The Flaming Lips Oczy Mlody CD Cover

The Flaming Lips „Oczy Mlody”

(Bella Union/[PIAS] Cooperative/Rough Trade)
Dass Wayne Coyne, Frontmann und Mastermind von The Flaming Lips, nicht alle Tassen im Schrank hat, dürfte bekannt sein. Wer 24-stündige Stücke komponiert und Liveauftritte zu Kindergeburtstagen samt Konfetti-Kanone umfunktioniert, will es offenbar auch gar nicht anders. Okay mit uns – auch wenn das erste reguläre Studioalbum von The Flaming Lips seit knapp vier Jahren sich keineswegs als klanggewordene Absurdität versteht. Der Titel beschreibt nicht etwa eine drogeninduzierte Melodie mit Schreibfehler, sondern ist Polnisch für „Eyes Of The Young“ – gleichzeitig Klammertitel des Songs „Sunrise“, der auf nachdenkliche Weise das Erwachsenwerden verhandelt. Konfetti muss also draußen bleiben. Gleiches gilt für allzu offensichtliche Hits wie „Race For The Prize“ oder „Do You Realize??“ – The Flaming Lips geben ihrem verspulten Indie-Psych-Rock hier einen grüblerischen Anstrich, lassen die Elektronik pochen und zischen und haben neben dem computerisierten Western-Swing „Galaxy I Sink“ mit der Single „The Castle“ zudem einen herrlich verträumten Seufzer im Gepäck. Natürlich schaut auch Coynes Schützling Miley Cyrus vorbei – auf dem gutgelaunten Electro-Popper „We A Famly“, der „Oczy Mlody“ mit einem bunten Knall beschließt. Da machen nicht nur die Jungen große Augen. Und Ohren.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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Wednesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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