CD-Rezension / Review / Kritik

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Robin Foster Empyrean CD Cover

Robin Foster „Empyrean“

(Membran)
Ist das noch Post-Rock? Zumindest praktiziert der in Frankreich ansässige Brite Robin Foster eine Variante dieses Subgenres, die zwischendurch tatsächlich ordentlich rockt. „Roma“ beispielsweise wartet mit einem knackigen Schlagzeug-Beat auf, der mächtig schiebt. „Everlast“ gibt sich andererseits nicht nur instrumental tanzbar, sondern ist auch noch mit dem Gesang von Gastvokalistin Ndidi O garniert. Das ist eigentlich schon eher verträumter Pop und wirft die Frage auf, ob so viel Eingängigkeit wirklich nötig war. Unterm Strich ist diese Nummer jedenfalls die verzichtbarste auf dem Album. Dann doch lieber „Vauban“ mit seinem kurzen Human League-Einstieg und seiner übersteuerten Gitarre. An Abwechslung mangelt es „Empyrean“ auch ohne Vokalarbeit nicht und die Ausstrahlung der Musik leidet eher unter den stimmlichen Einlagen. Das bestätigt sich auch beim Auftritt von Pamela Hute in „The Hardest Party“, der zwar alles in allem besser im Gesamtklang aufgeht, aber ebenfalls die Essenz des Stückes verwässert. Schade, denn Tracks wie „Hercules Climbs The White Mountain“, der sich langsam in geradezu isländisches Gitarrenflirren hineinsteigert, bieten eine Intensität und cineastische Breite, die keine Wünsche offenlassen. Kein Wunder, dass Foster auch als Filmscore-Komponist Erfolg hat. „Empyrean“ ist ein gutes Album. Es hätte ein sehr gutes werden können, wenn Robin den Damenbesuch ausgespart hätte.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.