CD-Rezension / Review / Kritik

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The Dwarfs Of  East Agouza Bes

The Dwarfs Of East Agouza
„Bes“
(Nawa/a-Musik)
Kairo gehört nicht unbedingt zu den Hotspots der Popkultur – zumindest nicht aus westlicher Sicht. Dass dieser Umstand dazu beiträgt, dass viele spannende Projekte nicht die ihnen eigentlich gebührende Aufmerksamkeit erhalten, liegt somit auf der Hand. Für die Dwarfs Of East Agouza läuft es zum Glück derzeit besser. Nicht unwesentlichen Anteil daran haben dürfte die Beteiligung von Alan Bishop (Sun City Girls). Das Trio fand sich im Jahr 2012; Alan Bishop, Sam Shalabi und Maurice Louca lebten zu der Zeit im gleichen Haus in Kairo. Aus spontanen Sessions wurden Aufnahmen und aus diesen entstand das Debüt im Doppel-CD-Format. Die Band verbindet geloopte Perkussion aus dem nordafrikanischen Raum, Jazz-Gitarrenspiel mit starkem Westafrika-Einfluss sowie ein deutlich vom Krautrock inspiriertes Bass-Spiel. Ethno-Krautjazz mag despektierlich klingen, sollte hier jedoch eindeutig positiv gelesen werden. Selten hielten sich in den letzten Jahren konzentriertes Spiel und hemmungsloses Verlieren in psychedelischen Weiten so gekonnt die Waage – und ließen dabei auch noch Platz für etwas Schweineorgel und eine Prise Dub.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.


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