CD-Rezension / Review / Kritik

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Deasdfilmstar The Inevitable  Rise  Fall Of Fake White  The Ill Fated Tour

Deadfilmstar
„The Inevitable Rise & Fall Of Fake White & The Ill Fated Tour”
(Death2Me Records)
Bandname, Albumtitel, sogar der Name des Labels machen eigentlich schon auf den ersten Blick klar: Hier geht es um Monströses, um Verrücktes, namentlich um „eine Reise in die erschreckenden Abgründe eines Rock’n’Rock-Niedergangs“, wie die Band verlautbaren lässt. Fette Schmierriffs ertönen, der Bass wühlt in morastigem Untergrund, elanvoll knallen die Drums. Die Vocals in ihrer herrlich versoffen klingenden Sleaziness erinnern nicht selten an einen durch Drogenexzesse zerrütteten Marilyn Manson: Sie raunen kratzig und schreien exzessiv. Die Dynamik zwischen lasziv geflüsterten, stilleren, gleichsam leeren Parts und plötzlichen Energieschüben ist erheblich; das scheppernde Schlagzeug arbeitet zuweilen geschickt mit verschleppendem Timing, die Sologitarren ergehen sich in aufreizender Endlosschleifenkunst. Geeignete Anspieltipps für die hier erwähnten Komponenten wären zum Beispiel „The Day We Lost You“, „Plunged Into Morning“ oder „RockStarDead“: raue, ungeschliffene Half-Time-Juwelen. Der Gesamtsound ist weit entfernt von fein ziselierter Produktionsglätte, denn das räudige Ungetüm des dreckigen Rock’n’Roll-Niedergangs klingt genauso, wie es klingen sollte: als tönte es direkt aus einem mit Bierpullen übersäten, staubigen Proberaum heraus. Sample-Atmosphären untermauern eine frohgemute Experimentierfreude.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.

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Wednesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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