CD-Rezension / Review / Kritik

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dommin rise

Dommin
„Rise“
(Eternal Sound Records/Membran)
Wie würde es wohl klingen, wenn Volbeat eine Goth-Nummer fürs amerikanische Radioprogramm aufnehmen? „The Quiet Man“ von Dommin dürfte dem zu erwartenden Klangbild ziemlich nahe kommen. Das Ding rockt sehr feist und ist dabei sowohl dezent dunkel lackiert als auch absolut eingängig. Ach, wären doch nur alle Stücke auf diesem zweiten Album des Quartetts aus LA ähnliche Kaliber! Leider kumpeln Kristoffer Dommin und seine Mitstreiter zwischendurch mit der Bon-Jovi-Liga herum („My Reality“). „The Girls“ klingt ein bisschen, als hätte man Nirvanas „In Bloom“ (Hauptriff) und „Heart Shaped Box“ (Melodieführung der Strophe) in einen Pop-Song gesperrt. Und „Next Day Apologies“ versinkt mit Glockenläuten in der Belanglosigkeit. Das ist alles weder Fisch noch Fleisch. Dabei zeigen Nummern wie der Opener „These New Demons“, dass es auch anders geht: Hier bringt die Band Düsterrock an den Start, der ordentlich schiebt. Das Potenzial ist also da – keine Frage. Insgesamt sind die Momente, die angenehm aufhorchen lassen, auf „Rise“ aber einfach zu dünn gesät. Zumindest dann, wenn man eher auf der Suche nach Individualismus als nach Stadionrockposen à la 30 Seconds To Mars oder netter, aber ziemlich nichtssagender Hintergrundbeschallung ist.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

Wednesday the 16th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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