CD-Rezension / Review / Kritik

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farewell dear ghost we colour the night

Farewell Dear Ghost
„We Colour The Night“
(Schoenwetter Schallplatten/Rough Trade)
Als besonders abergläubisch gelten Österreicher nicht, doch Farewell Dear Ghost müssen auf ihrem Debüt offensichtlich Dämonen vertreiben. Vielleicht sind es die bösen Geister, die in den letzten Jahren durch die Indie-Szene spukten, Folk und traditionellere Rock-Einflüsse, denen das zur Band vergrößerte Projekt von Philipp Szalay den Garaus machen möchte. Szalay, vorher als Singer/Songwriter unterwegs, sucht die großen Gesten. Seine Songs sind melancholisch aufgeladen, doch mit Optimismus ausgestattet. Es ist der poppigere Indie-Sound der frühen und mittleren Nullerjahre, den er wieder aufleben lässt. Prächtige Arrangements, in denen die Gitarren ähnlich wie bei Editors dann und wann luftige Höhen erklimmen, verschwimmen mit hymnischem Pathos à la Coldplay. Stücke wie „Words“ oder „Cold Blood“ zeugen davon, dass Farewell Dear Ghost nichts dagegen hätten, Stadien zu rocken. Sie setzen der Tristesse kleiner Clubs bewusst schillernde Songs entgegen, die im größeren Rahmen aufgeführt werden wollen. Möge der Weg dorthin kein steiniger sein.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2014.


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