CD-Rezension / Review / Kritik

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the dark shadows autumn still

The Dark Shadows
„Autumn Still…”
(Halb7/Broken Silence)
Die wilden Psychobilly-Tage der Dark Shadows aus Australien sind vorbei. Was die Band um Frontfrau Brigitte Handley auf „Autumn Still…“ präsentiert, ist lupenreiner 80er-Jahre Wave Pop mit tanzbaren, treibenden Uptempo-Stücken wie „Distant Minds“ bis hin zu dramatischen, gefühlvollen Songs wie „Boys From Berlin“. Selbst das charmant und gut auf Deutsch gesungene „Eisbär“, eine Coverversion des Grauzone-Klassikers, fügt sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein. Schon früher vermischte die australische All-Girl-Band klassische Psychobilly-Klänge mit powerpoppigem Punk-Sound à la The Nuns, einem Schuss New Wave und etwas Melancholie. Im Laufe der letzten EPs veränderte sich die Gewichtung immer mehr in Richtung Charttauglichkeit. Auch wenn die Gitarrenmelodien nicht mehr ganz so fetzig sind, mitreißend und nicht so schnell aus dem Ohr zu bekommen sind sie weiterhin. Und der sehnsuchtsvolle, melancholische und immer melodische Gesang von Gitarristin Brigitte ist einmalig gut und nuancenreich, auf dem neuen Album geht er in Richtung Debbie Harry und Kim Wilde, wenn auch ein wenig rauchig-abgeklärter. „Autumn Still…“ ist eine wunderschöne Platte wie aus einem Guss. Ob sich die alten Fans allerdings damit anfreunden werden, bleibt abzuwarten.
Karin Hoog

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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