CD-Rezension / Review / Kritik

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behemoth the satanist

Behemoth

„The Satanist“
(Nuclear Blast/Warner)
Sollte das alttestamentarisch vorhergesagte Ende unserer Welt je über die lausige Menschheit kommen: So hört es sich an! „The Satanist“ sollte als Nachfolger zum viel beachteten und höchst gelobten 2009er „Evangelion“ im Herbst 2013 um sich wüten. Für das neue Albumspektakel hatte Bandboss Nergal seinen Jüngern jedenfalls so einige echte Überraschungen versprochen. Für diese variantenreichste Death Metal-Platte der Behemoth-Historie stürzte sich der von schwerer Krankheit genesene Brüllgeist, Klampfer und Composer kopfüber in ungewöhnlichste Songstrukturen. Den Überblick in der beabsichtigten Sortimenterweiterung behielt der kämpferische Pole trotz komplexester Aufbauten der bestialisch bissigen Kreationen komplett, wie sich jetzt zeigt. In erneut gigantisch rabiate Härtegrade und zwischen apokalyptisch verheerend geschlagene Taktbeben wurden mit rabiater Häme unzählige stimmungsvolle und atmosphärisch dichte Passagen verbaut. Verdammt raffiniert, wie ausgefuchst das gemacht wurde. Letztlich gelang dem okkultistisch geneigten Katastrophenphilosophen mit seinen drei ebenso fitten Mitmusikern eine orgiastisch ausufernde Knüppelvorstellung von fulminanter Brisanz. So viel mehr als nur ein Hörerlebnis: „The Satanist“ zwingt förmlich in einen höllisch abenteuerlichen Exkurs, der den Schweiß treibt und den Atem raubt.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2014.

Wednesday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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