CD-Rezension / Review / Kritik

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cabaret voltaire 7885 electropunk to technopop

Cabaret Voltaire
„#7885 (Electropunk To Technopop 1978 - 1985)“
(Mute/GoodToGo)
Noch einmal dreht sich auf dem großen Wiederveröffentlichungsjahrmarkt das Karussell. Nachdem Richard H. Kirk vor ein paar Monaten mit einem Boxset im Hochpreissegment die Jahre 83 bis 85 aufarbeitete, geht es mit „#7885 (Electropunk To Technopop 1978 - 1985“ tiefer in die Vergangenheit. Auf eine Doppel-CD runtergebrochen widmet sich die Zusammenstellung sowohl den experimentellen Anfangstagen, in denen Cabaret Voltaire den aufkeimenden Industrial mitprägten, als auch dem Schwenk zu poppigeren Strukturen und funkiger Dancemusic Mitte der Achtziger. So ist „#7885“ vor allem für all jene gedacht, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem teils weit gefächerten Werk der Sheffielder Elektronik-Institution scheuen und sich einen schnellen Überblick über die wichtigsten Kreativphasen wünschen. „Nag Nag Nag“, „Do The Mussolini (Headkick)“ fehlen selbstverständlich nicht, ebenso wenig „James Brown“, „Just Fascination“ oder „I Want You“. Gerade bei den Dance-lastigeren Stücken hat sich Kirk bei seiner Auswahl auf kompakte 7“-Versionen konzentriert, wodurch die Veränderungen in der musikalischen Ausrichtung noch stärker hervortreten. Für langjährige Fans ist das zwar alles nichts Neues, doch wer Cabaret Voltaire bislang nur vom Hörensagen kannte oder ausschließlich für die Brutstätte des Dadaismus hielt, kann mit „#7885“ eine Bildungslücke schließen.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


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