CD-Rezension / Review / Kritik

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blues pills blues pills

Blues Pills
„Blues Pills“
(Nuclear Blast/Warner)
Man stecke Janis Joplin, Aretha Franklin, Jimi Hendrix, Free, Cream, Grand Funk Railroad, Ten Years After und The Original Fleetwood Mac in einen Topf, rühre gut um und erhält die Blues Pills in Darreichungsform von zehn Bluesrock-Perlen, die mitreißen wie Trüffelsau auf Speed. Jeder Song pusht tight und straight, wobei die Rhythmussektion durch clevere Verschiebungen das angebotene Aufmerksamkeitsniveau in Höhen schraubt, die das Betäubungsmittelgesetz kaum zulassen dürfte. Und über allem thront die Röhre namens Elin Larsson, die sich lustvoll in die Fontanellen brennt. Wenn sich Metal-Heads den Ursprüngen der von ihnen so geliebten Musik bewusst werden wollen, dann tun sie dies fortan auch und vor allem mit diesem Album, mit diesem Erstling, der rundum gelungen jegliche Vorbehalte gegenüber Blues, Soul und Psychedelia pulverisiert. Nein, das ist nicht die Musik für behäbige Pfeifenraucher, nicht die Musik für stagnierende Nostalgiker. Das ist Musik zur Zeit! Wer es nicht glauben will, der höre die Coverversion „Gypsy“, deren Credits auf Chubby Checker gehen. Vergleiche daraufhin Blues Pills mit dem Original. Nur um festzustellen: Das passt! Und rechtfertigt jegliche lobende Erwähnung, beziehungsweise eine Auszeit zwischen Black Metal und EBM. Was für ein Debüt!
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07-08/2014.


Friday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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