CD-Rezension / Review / Kritik

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arkan sofia

Arkan
„Sofia“
(Season Of Mist/Soulfood)
Der festlich zelebrierte Oriental Metal des Pariser Ensembles birgt auch auf diesem neuen Album die ganz große, bittersüße Tragik. Arkan wissen ihr Material einmal mehr mit gigantisch eingebrachter Sehnsucht darzubieten, wie man jederzeit vollauf heraushört. Der dritte Longplayer „Sofia“ zeigt die breite emotionale Palette der Urheber in vielfältigster Art und Weise. Jeder noch so kleine Moment auf dem Werk ist bis ins Letzte durchdacht, jede Sekunde besticht durch eine ganz eigene qualitative Note. „Sofia“ umfasst zwölf sehr tief berührende Kompositionen, die den typischen Stil der anspruchsvollen Gruppe höchst niveauvoll repräsentieren. Mittels verspielt ins Geschehen wehender Ethno-Elemente algerischer und marokkanischer Herkunft reichern Arkan ihre Lieder mit großartigem Folklorekolorit an. Sängerin Sarah Layssac belebt ihren ästhetisch durchgehend blitzsauberen Vortrag mit einem voluminösen und gleichzeitig facettenreichen Organ. Die barschen Growls ihres Counterparts Florent Jannier scheinen bei solcherlei femininer Stimmbandschönheit beinahe überflüssig zu sein. Letztlich wirkt die Rezeptur der beiden dennoch nur im Ganzen. Diesem eigenständigen Album wohnt zudem ein archaisch gesunder und unprätentiös vermittelter Stolz inne, wie man ihn im Metal nur sehr selten vernimmt.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

Friday the 18th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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