CD-Rezension / Review / Kritik

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Blaudzun UP CD Cover

Blaudzun „_UP_“

(Glitterhouse/Indigo)
Es ist vollbracht: Johannes Sigmond alias Blaudzun, niederländischer Vollbartträger mit Hornbrille, hat seine „Jupiter“-Trilogie abgeschlossen. Und da es auf den letzten Metern nicht noch langweilig werden soll, heißt Teil drei nach „Jupiter Pt. I“ und „Jupiter Pt. II“ nun abweichend „_UP_“. Musikalisch mangelt es Sigmond ohnehin nicht an Abwechslung, wie die Vorgänger eindrucksvoll mit saftigen Tanzkrachern einerseits und dynamisch hin und her wogendem Indie-Pop andererseits belegten. Auf „_UP_“ fällt es Sigmond zudem nicht im Traum ein, seinen mutmaßlichen Vorbildern Arcade Fire nachzueifern, die zuletzt auf „Everything Now“ zusehends gen massenwirksamen elektronischen Pop abdrifteten: Keyboards bleiben bei filigran arrangierten kleinen Hymnen wie „Hey Now“ oder „Easycome On“ vornehm im Hintergrund, in die Glieder fahren allenfalls die Uptempoausreißer „Circles“ und „Ghosts“. Wie aus Wehmut über das Ende der Trilogie wird der Mann aus Arnheim zum Schluss hin immer kleinlauter – und „Jupiter III“ gibt es dann doch noch: in Form eines kontemplativen Streicherinstrumentals, dem mit der Pianoballade „Ghosts PM“ ein launig-verspieltes Finale folgt. Aller guten Dinge sind „_UP_“. Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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