CD-Rezension / Review / Kritik

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Dave Clarke The Desecration Of Desire CD Cover

Dave Clarke „The Desecration Of Desire“

(BMG Rights/Warner)
Seltenes Vergnügen: Dave Clarke aus Brighton ist seit Anfang der neunziger Jahre als DJ und Techno-Produzent unterwegs, trotzdem finden sich in seiner Diskografie kaum Alben. Das letzte reguläre hieß „Devil’s Advocate“ und datiert von 2003 – mit „The Desecration Of Desire“ ließ der dritte richtiggehende Longplayer mithin schlappe 14 Jahre auf sich warten. Auf diesem erweist sich der Brite einmal mehr als stilistisch ausnehmend flexibel: Hier treffen sich Minimal-Techno, unsanfte Schranzigkeiten, knochenharte Body Music und experimentelle Industrial-Knirschereien unterm flackernden Stroboskop, und es verwundert nicht, dass reihenweise namhafte Features Einlass begehren. Mit der französischen DJane Louisahhh schraubt Clarke eine trocken-verbreakte Version des New Wave-Klassikers „Is Vic There?“ von Department S ein, der chronisch grantelnde Swamp-Rock-Säulenheilige Mark Lanegan ist gleich auf zwei bassigen Wuchtbrummen vertreten und weckt entfernte Erinnerungen an sein elektronischstes Album „Blues Funeral“, Anika und Elizabeth Bernholz alias Gazelle Twin kümmern sich um je ein experimentell verdrehtes Stück. Und selbstverständlich überzeugen auch – und gerade – bombende Clubtracks wie „Plasmatic“ oder das schleifende „Dot Forty One (Mute)“ auf ganzer Linie. Falls jemand in knapp eineinhalb Jahrzehnten also entfallen sein sollte, dass Clarke als ‚Baron Of Techno’ gilt – her mit dieser eindrucksvollen Machtdemonstration.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2017.
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Wednesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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